Systemausfälle (TETRA)

In dieser Kategorie sind alle Unterlagen über dokumentierte Ausfälle des TETRA-Digitalfunknetzes zusammengefasst. Davon betroffen ist in erster Linie der Polizei- und Rettungsfunk, ein Umdenken der Verantwortlichen ist dringend erforderlich.

Niederlande: TETRA klemmt im ganzen Land

Wie jetzt der Niederländische Telegraaf berichtet, kommt es im holländischen TETRA-Digitalfunknetz der Behörden und Sicherheitskräfte mit großer Regelmäßigkeit zu Systemausfällen. In dieser Zeit, die zwischen 5 Minuten und 1,5 Stunden betragen kann, müssen die Einsatzkräfte auf ihre privaten Handys zurückgreifen, da kein anderes System zur Verfügung steht. C2000 wie das TETRA-Netz in den Niederlanden heißt, hat kein Rückfallsystem, das bei einer Störung oder Ausschaltung die Verbindung zu den Sicherheitskräften aufrecht erhält. Bürgermeister, die im Katastrophenfall endverantwortlich sind, läuten jetzt die Notglocke wegen der Zuverlässigkeit dieses Kommunikationssytems. Ursache war ein Totalausfall in Rotterdam, der dazu führte, dass sogar die U-Bahn über mehrere Stunden nicht fahren konnte.

Das gleiche Problem herrscht auch in Deutschland vor, wenn erst einmal alle bisherigen Analogfunknetze abgeschalten sind und alles über TETRA laufen soll. Wie ein interner Bericht des Ausschusses für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestag zeigt, ist der TETRA-Digitalfunk ein Rückschritt in Sachen Unabhängigkeit im Katastrophenfall, siehe http://ul-we.de/neue-studien-bestatigen-der-digitalfunk-tetra-ist-fur-den-katastrophenfall-ungeeignet/

Der Originalartikel auf Holländisch ist unter http://www.telegraaf.nl/binnenland/10277829/__C2000_hapert_in_hele_land__.html?p=7,1 nachzulesen.

Die Deutsche ÜbersetzungC2000 (TETRA) klemmt im ganzen Land

Auch die Hamburger Polizei stellt den TETRA-Probebetrieb wegen technischer Mängel ein

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, wurde auch in der Hansestadt der „Neue Digitalfunk“ der Polizei wegen Pannen wieder abgeschaltet. Wie in München kam es zu Gesprächsabbrüchen und ein Großteil der Funksprüche war überhaupt nicht verständlich. Damit zeigen sich die systembedingten Mängel des TETRA-Systems immer deutlicher.

Wann kommen politisch Verantwortliche zu der Erkenntnis, dass der Analogfunk unterm Strich gesehen stabiler, reichweitenstärker und damit sicherer für Einsatzkräfte und Bevölkerung gleichermaßen ist? Wann setzt sich endlich die Erkenntnis durch, dass ALLE bisherigen Digitalfunkverfahren von ihrer technischen Natur aus betrachtet, grundsätzlich störanfälliger und komplizierter und somit zeitaufwändiger in ihrer Wiederinstandsetzung bei Störungen bzw. Ausfällen sind, als der bisherige Analogfunk? Die bisherigen WENIGEN Analogfunklöcher können mit geringerem technischem Aufwand gestopft werden als mit dem Komplettaufbau eines völlig neuen Digitalfunks, welcher offenkundig alles andere als betriebssicher ist. Nicht alles Neue muss auch zwangsläufig gut sein.

Empfehle dazu einen sehr guten Artikel von www.teltarif.de mit dem Titel:
„Digitale Technik passt nicht“.

Weitere Dokumente und Filme zum Thema TETRA Digitalfunk unter
http://ul-we.de/category/faq/tetra/

Neuer Digitalfunk der Polizei ist wegen Panne wieder abgeschaltet

 

Neue Studien bestätigen: Der Digitalfunk TETRA ist für den Katastrophenfall ungeeignet

Unabhängige Fachleute warnen seit langem, dass der von der Industrie so hoch gelobte TETRA-Digitalfunk für den Katastrophenfall ungeeignet ist. Das wäre nicht so schlimm, wenn dieses Funksystem gemäß seiner ursprünglichen Entwicklung nur für Fuhrunternehmen, Taxis und regional arbeitende Unternehmen, z.B. Handwerksbetriebe, genutzt würde. Jetzt soll es aber als „Hochsicherheitsnetz“ für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) eingesetzt werden. Damit sind alle Blaulichtorganisationen von einem gemeinsamen Mobilfunknetz abhängig, und genau das ist ein absolutes Sicherheitsrisiko, wie zwei aktuelle Studien belegen. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass dieses Ergebnis vom Bundestagsinnenausschuss als „vertraulich“ abgestempelt und erst einmal nicht veröffentlicht wurde. Birgt es doch Brisantes, wie z.B. „dass Deutschland auf einen längeren Stromausfall schlecht vorbereitet ist“. Der angeblich neue digitale Polizeifunk kommt besonders schlecht weg. So heißt es in dem Artikel der TAZ: „Auch beim Funk von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten macht modernere Technik anfälliger: Der Behördenfunk BOS wird momentan ebenfalls auf digital umgerüstet – ‚unter dem Aspekt der Stromabhängigkeit‘ bringe das ‚eine Verschlechterung‘, so die Autoren. ‚Für den Fall eines großflächigen und langfristigen Stromausfalls wäre der Behördenfunk denkbar schlecht vorbereitet.'“ Den ganzen Bericht gibt es unter http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/wenn-alle-lichter-ausgehen/

Dem aber nicht genug, so berichtet der Deutschlandfunk in seiner Sendung „Forschung aktuell“ über eine noch laufende Studie, die klar aufzeigt, dass auf „Transmitter“ (Basisstationen) basierende Kommunikationssysteme im Katastrophenfall mit als erstes zusammenbrechen. Ein zusätzliches Risiko stellen zentrale Steuerungssysteme dar. Dabei ist es das gleiche, ob ein Mobilfunknetz von einem oder mehreren zentralen Servern aus gesteuert wird oder das Stromnetz zentralisiert ist. Die Zeichen der Zeit stehen auf „Dezentralisierung und Autarkie“, und genau da ist das TETRA-System ein absoluter Rückschritt. Als positives Gegenbeispiel wird der Amateurfunk genannt. Dieser arbeitet ähnlich wie der jetzige Polizei- und Rettungsfunk analog und damit netzunabhängig. Mit einem analogen Funkgerät kann ohne ein Netz mit Basisstationen dazwischen zu haben, direkt, auch über größere Entfernungen, kommuniziert werden. Bei TETRA geht es nur mit Basisstationen. Diese müssen aber mit Strom versorgt sein und zusätzlich eine Verbindung zum zentralen Steuerungsserver in Berlin haben. Ist eines davon unterbrochen, bleibt nur noch ein Not- bzw. der Direktmodus (DMO). Mit diesem lassen sich aber in städtischem und/oder topograhisch anspruchsvollem Gebiet nur wenige hundert Meter überbrücken. Das reicht gerade, um die umliegenden Einsatzkräfte zu erreichen. Für eine Verbindung zur Leitstelle bzw. Einsatzzentrale reicht es in der Regeln nicht mehr. Das hat sich bei einigen Großschadensereignissen bereits gezeigt, als die Basisstationen des TETRA-Systems nach kurzer Zeit ausgefallen sind. Ich empfehle dazu den Artikel: http://ul-we.de/der-digitalfunk-tetra-ein-sicherheitsrisiko-wieviel-warnungen-braucht-es-noch/

Den Bericht des Deutschlandfunks gibt es unter http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1367028/

Münchner Polizei kehrt zum bewährten Analogfunk zurück

Die Mängel des digitalen Behördenfunks haben die Polizeidirektion München dazu veranlasst, die Nutzung des seit Dezember 2010 im Betrieb befindlichen TETRA-Netzes zu unterlassen und wieder zum bewährten Analog-Funk zurückzukehren. Die von unabhängigen Technikern seit Jahren vorgebrachten Schwachstellen haben sich im Praxiseinsatz gezeigt und machen eine für die Sicherheitskräfte zuverlässige Kommunikation unmöglich. Mit dieser Entscheidung ist München nicht die erste Stadt, siehe http://ul-we.de/der-digitalfunk-tetra-ein-sicherheitsrisiko-wieviel-warnungen-braucht-es-noch/

Der genaue Bericht des Münchner Merkur ist unter http://www.merkur-online.de/nachrichten/muenchen/probleme-beim-polizeifunk-neues-digi-netz-abgeschaltet-meta-1130069.html
zu finden.

Der Spiegel berichtet über den Digitalfunk TETRA

Mit großer Freude habe ich den aktuellen Bericht des Magazins „Der Spiegel“ zum Thema TETRA-Digitalfunk gelesen. Der Titel „Milliarden im Funkloch“ trifft die Thematik sehr gut und beinhaltet alle wichtigen Argumente, die seit Jahren vorgebracht werden. Hoffentlich lesen das auch die Verantwortlichen und handeln, bevor noch mehr Tote unter den Sicherheitskräften zu beklagen sind.

Details und weitere aktuelle Meldungen zu TETRA unter http://ul-we.de/category/faq/tetra/

Britische Polizei meldet 93 Systemausfälle des Englischen TETRA-Netzes zwischen 2005 und 2008

Besorgte Verantwortliche der Britischen Polizei haben sich mit einem internen Bericht an die BBC gewandt. Darin ist von 93 Ausfällen des digitalen Behördenfunks im TETRA Standard in den Jahren 2005 bis 2008 die Rede. Seit seiner Einführung unter dem englischen Namen „Airwave“ im Jahr 2000 läuft das System schon instabil und trotz der langen Betriebsdauer konnte bis heute kein zuverlässiger Betrieb erreicht werden. Hauptursache ist die schnelle Netzüberlastung durch die Zentralisierung des Systems. Zudem werden die Gesundheitsschäden bei den Beamten und Anwohnern immer deutlicher sichtbar. Im Januar 2010 haben die ersten 176 Polizisten wegen anhaltenden Gesundheitsschäden Klage gegen ihren Arbeitgeber erhoben. Die Britischen Behörden rechnen mit Schadensersatzansprüchen in mehrstelliger Millionenhöhe, da bei einigen bereits die vollständige Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist. Weitere Beamte und Anwohner haben sich bereits angeschlossen und ein Ende der Klagewelle ist noch nicht in Sicht.

Hier eine kurze Zusammenfassung der Netzausfälle von 2005 bis 2008:

AIRWAVE BREAKDOWNS
2005 – 26 faults logged
2006 – 19 faults logged
2007 – 14 faults logged
2008 – 34 faults logged

Der englischsprachige Originalbericht ist unter
http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/england/devon/7946463.stm zu finden.

Empfehle dazu weiter den Bericht des englischen Wissenschaftler Dr. B. Trower, der sich damit 2001 an die Englischen Behörden gewand und all die jetzt auftretenden Probleme bereits damals voraus gesagt hat. http://ul-we.de/trower-report-uber-die-gefahren-von-tetra/

Aber auch andere Länder haben bereits ähnliche Erfahrungen gemacht, so fordern die Niederländischen Feuerwehrgewerkschaften die Abschaltung von TETRA und dir Rückkehr zum bewährten Analogfunk. Siehe http://ul-we.de/feuerwehrgewerkschaften-in-den-niederlanden-fordern-abschaltung-von-tetra-und-ruckkehr-zum-bewahrten-analog-funk/ und http://ul-we.de/frage-gibt-es-erfahrungsberichte-von-tetra-aus-anderen-landern/

Bedauerlicherweise soll trotz aller negativen internationalen Erfahrungen das TETRA-System auch bei uns in Deutschland eingeführt werden. Der Widerstand dagegen wächst an allen Orten und auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat auf einer Tagung verschiedenste Experten zu diesem Thema befragt. Eine Zusammenfassung der einzelnen Vorträge finden Sie unter http://ul-we.de/vortrag-uber-die-risiken-von-tetra/ eine ausführliche DVD mit allen Vorträgen läßt sich unter http://ul-we.de/tagung-der-gewerkschaft-der-polizei-gdp/ bestellen.

Weiter Berichte und Pressemeldungen zum Thema TETRA-Digitalfunk der BOS unter http://ul-we.de/category/faq/tetra/

Feuerwehrgewerkschaften in den Niederlanden fordern die Abschaltung von TETRA und Rückkehr zum bewährten Analog-Funk

Dass beim digitalen TETRA-Funk der BOS erhebliche technische Mängel vorhanden sind, ist seit seiner Entwicklung in den 1990er Jahren bekannt. Jetzt aber bekommen die Einsatzkräfte vor Ort dies massiv zu spüren. Nach ersten Toten bei den niederländischen Feuerwehren ziehen die vier Gewerkschaften für das Feuerwehrpersonal jetzt die Notbremse. Sie fordern die sofortige Absetzung des Digitalfunks im TETRA Standard (in den Niederlanden C2000 genannt) und die Wiedereinführung des bewährten Analogfunks.

Der englischsprachige Originalartikel ist zu finden unter http://www.telecompaper.com/news/article.aspx?cid=754789

Weitere Artikel zu Erfahrungen aus Ländern, die den Digitalfunk TETRA schon länger benutzen: http://ul-we.de/frage-gibt-es-erfahrungsberichte-von-tetra-aus-anderen-landern/.

Weitere Informationen rund um das Thema TETRA-Digitalfunk unter http://ul-we.de/category/faq/tetra/

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