Digitalfunk

Tetra-Digitalfunk erneut in Berlin ausgefallen

Seit Jahren wird versucht den digitalen Behördenfunk als Kommunikationsplattform für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) einzuführen. Dabei treten immer wieder die gleichen technischen Mängel und Ungereimtheiten, wie Gesprächsabbrüche, Ausfall der Netzsteuerung etc. auf. Egal in welchem Land, in welcher Stadt, es sind immer die gleiche Fehler und es bewahrheitet sich, was führende Funkfachleute von Anfang an gesagt haben: Das digitale TETRA-System ist für den Einsatz der Polizei, der Rettungsdienste und der Feuerwehren untauglich. Die Liste der bisher veröffentlichten Ausfälle ist sehr lang und neben dem öffentlichen Bericht des Innenministeriums http://ul-we.de/bericht-des-innenministeriums-legt-offen-digitalfunknetz-hat-mehr-ausfalle-als-bisher-zugegeben-wurde/ ist eine Auswahl unter http://ul-we.de/category/faq/tetra/ zu finden.

Jetzt hat es zum wiederholten Male auch wieder die Bundeshauptstadt erwischt. So berichtet die Berliner Morgenpost unter http://www.morgenpost.de/berlin/article128660499/Bei-der-Berliner-Polizei-herrscht-Funkstille.html, dass bereits nach zwei Minuten der erste Test abgebrochen werden musste, da keine Verständigungen zwischen der Einsatzleitstelle und den Streifenwagen möglich war. Auch bei den nach folgenden Versuchen war es ähnlich.

Neu ist zu hören, dass der TETRA-Digitalfunk bis Ende 2014 laufen muß, da ab dann die analogen Frequenzen verkauft werden sollen und dass von politischer Seite jeglicher Druck aufgebaut wird, dass ja keine Fehlermeldung mehr an die Öffentlichkeit dringt. Eine Nachfrage bei der Bundesnetzagentur hat ergeben, dass zwar für 2015 eine weitere Frequenzversteigerung ansteht, aber keine Frequenz des analogen BOS-Funkes mit dabei ist. Woher also diese Meldung kommt, bleibt offen. Im Moment muß diese als Einschüchterung der Polizei und der Bevölkerung gewertet werden, denn andere Ministerien, immer mehr Feuerwehren, aber auch die Bergwacht und Teile des Roten Kreuzes setzen weiter auf analoge Funkgeräte, siehe http://ul-we.de/innenministerium-bestellt-1800-analoge-bos-funkgerate/

Weitere Pressemeldungen zu vorherigen Ausfällen des TETRA-Digitalfunkes in Berlin:

http://ul-we.de/tetra-ausfall-in-berlin-am-28-und-29-06-2013/
http://ul-we.de/auch-in-berlin-funktioniert-tetra-nicht/

NSA überwacht neben Merkel noch 5 Mrd. weitere Handydaten pro Tag

Neben Merkels Handy, werden täglich noch über 5 Mrd. weitere Handy-Bewegungsdaten über das Schlupfloch „Roamingverträge“ durch die NSA abgegriffen und ausgewertet. Wer gibt da noch die Sicherheit, daß nicht schon längst alle Funkdienste in Deutschland und dem Rest der Welt von der NSA überwacht werdem? Ist vor diesem Hintergrund der Aufbau eines Digitalfunknetzes mit zentralistischer Netzstruktur nicht ein Rückschritt? Nicht nur, daß solche Systeme leicht anzuzapfen sind und sofort einen flächendeckenden Zugriff ermöglichen, ist TETRA auch noch eine amerikanische Technik , wo jede vermeintliche „Abhörsicherheit“ mit großer Wahrscheinlichkeit längst in den Händen der NSA ist.

In Sachsen wird der TETRA-Digitalfunk mehr als doppelt so teuer

Das musste jetzt erneut die sächsische Landesregierung einräumen.  So wurden die 2007 veranschlagten Kosten von 141 Millionen Euro auf jetzt 344 Millionen nach oben korrigiert. Ein Ende ist aber noch nicht in Sich, da mit einer flächendeckenden Inbetriebnahme frühestens 2015 gerechnet werden kann. Zudem wird auch erstmals zugegeben, dass neben anhaltenden technischen Mängel, auch die versprochene Datenübertragung nicht eingeführt werden kann. Damit zieht sich in Sachsen das fort, was in anderen Bundesländern bereits genauso gelaufen ist. Eine Liste aller Pressemeldungen zu Systemausfällen, Kostensteigerungen und Rügen weiterer Rechnungshöfe, sind unter folgendem Link zu finden: http://ul-we.de/category/faq/tetra/  

Quelle: Deutschen Wirtschaftsnachrichten unter http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/31/polizeifunk-sachsen-versenkt-344-millionen-euro-aus-steuergeldern/

Hochwasser 2013: Der TETRA Digitalfunk konnte nur mit großer Mühe aufrecht erhalten werden

Und wieder ist es ein Großschadensereignis, was die Schwächen des  TETRA-Digitalfunks welcher  für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) im Aufbau begriffen ist,  aufzeigt. Modern und digital soll er sein, alle Sicherheitskräfte sollen ihn gleichzeitig nutzen können und damit die gegenseitige Kommunikation erleichtern. Aber wie sieht die Praxis aus?

Juni 2013:  Nach starken Regenfällen kommt es vorallen an Elbe und Donau mit ihren  jeweiligen Zuflüssen zu einem weiteren „Jahrhunderthochwasser“. Jetzt ist ein genaues  Zusamenspiel der verschiedenen Rettungskräfte mit einer guten Komunikation wichtig, aber was passiert? Nur mit sehr großer Mühe kann verhindert werdern, daß ein zentraler Steuerungsknoten des TETRA-Digitalfunks in Sachsen-Anhalt nicht von der Hochwasserflut außer Betrieb gesetzt wird und damit der ganze Funkverkehr aller Einsatzkräfte zusammenbricht.

Dabei gibt es längst Warnungen, daß der Digitalfunk für den Katastrophenschutz ungeeignet ist und es keine „Rückfallebne“ gibt. So bringt es  die Mitteldeutsche Zeitung auf den Punkt: „Dabei stellte sich auch heraus, dass es für solche Situationen bislang keinerlei Sicherungs- oder Ersatzsysteme gibt, die im Notfall die Kommunikation sicherstellen können. „Wir mussten überrascht feststellen, dass wir dafür keine redundanten Anlagen haben“, sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) der MZ. Stahlknecht bestätigte zudem, dass auch ein zentraler Knoten für den digitalen Behördenfunk auf dem Gelände des Technischen Polizeiamts auszufallen drohte.“ Dabei hätte Herr Stahlknet es wissen können, da es  Studien von offizieller Seite gibt, die genau vor diesen Schwachstellen warnen. Empfehle dazu folgende Beiträge: http://ul-we.de/neue-studien-bestatigen-der-digitalfunk-tetra-ist-fur-den-katastrophenfall-ungeeignet/ und http://ul-we.de/der-digitalfunk-tetra-ein-sicherheitsrisiko-wieviel-warnungen-braucht-es-noch/

Besonders auffallend ist auch in diesem Fall die unzureichende Notstromversorgung und die zentrale Steuerung über wenige Server. Dagegen ist das analoge Funksystem dezentral, die meisten Umsetzer lassen sich sogar mit einfachen Autobatterien betreiben und zudem hat jede Hilfsorganisation auch noch ihr eigenes Netz. Daher gab es an der Donau auch keine Kommunikationsprobleme, da dort noch analog und ohne TETRA gefunkt wird, siehe http://ul-we.de/kreisbrandrat-landkreis-deggendorf-feuerwehren-brauchen-keinen-tetra-digitalfunk/

Weitere Informationen zum TETRA.Digitalfunk unter http://ul-we.de/category/faq/tetra/

TETRA-Digitalfunk auch in Thüringen mehrfach ausgefallen

Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtet, ist der TETRA-Digitalfunk auch in Thüringen nicht einsatztauglich. So kam es am 01.05.2013 bei einer Demonstration in Erfurt zu einem kompletten Ausfall des Systems. Die Beamten mussten auf private Handys und soweit noch vorhanden, auf ihre bewährten analogen Funkgeräte, zurückgreifen. Des Weiteren kam es bei einem Einsatz zur Absicherung eines Fußballspieles im November 2012 zu „erheblichen Beeinträchtigungen“ wie in den Polizeilichen Auswertungsunterlagen zu lesen ist. Mitte Juni trat bei einer Großveranstaltung in Kahla der Umstand zu Tage, dass nur 7 von 1000 Beamten gleichzeitig funken konnten. Von offizieller Seite heißt es dazu nur, „…der Feinjustierungsprozess sei noch nicht abgeschlossen und der Digitalfunk sowieso noch immer im Probetrieb…“ Fakt ist aber, dass die auftretenden Probleme systembedingt sind und nichts mit „Kinderkrankheiten“ etc. zu tun haben. Das TETRA-System wurde Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre für die Kommunikation von regionalen Fuhrunternehmen wie z.B. Taxis, Müllentsorgung etc. entwickelt und nie für Sicherheitsanwendungen. „Großschadensereignisse“ treten in diesem Anwendungsfall nicht auf und wurden auch nie mit eingeplant. Das Gleiche gilt auch für den Aufbau einer Grundzelle (Basisstation) welche eben nur 7 Gespräche gleichzeitig bedienen kann. Über diese und weitere technische Zusammenhänge klären einige Techniker und Angehörige der Blaulichtorganisationen seit Jahren auf, dennoch wird der TETRA-Digitalfunk von offizieller Seite als das Beste und Einzige auf dem Deutschen Markt angepriesen.

Hier einige Ausfallbeispiele des TETRA-Digitalfunks: Castor-Großeinsatz in Gorleben, München, Berlin, Hamburg, OstholsteinTrierden Niederlanden, England, um nur einige zu nennen. Weiter Meldungen zu Systemausfällen unter http://ul-we.de/category/faq/tetra/systemausfalle/

Die CDU-Regierung in Baden-Württemberg hat über Jahre die wahren Kosten für den TETRA-Digitalfunk verschleiert

Zu diesem Ergebnis kommt der Landesrechnungshof Baden-Württemberg in seinem aktuellen Bericht. So war für das TETRA-Digitalfunk-Projekt im Doppelhaushalt 2005/2006 eine Verpflichtungsermächtigung von 400 Millionen Euro veranschlagt worden. Doch die tatsächlichen Kosten liegen bis zum Jahr 2021 laut Rechnungshof bei 637 Millionen Euro. Danach müsse mit jährlichen Folgekosten von mindestens 50 Millionen Euro gerechnet werden. „Das tatsächliche Ausmaß der Projektkosten“, so heißt es in der Denkschrift, „blieb dem Haushaltsgesetzgeber lange Zeit verborgen.“ Bereits im Jahr 2007 habe das Bundesinnenministerium den Landesanteil an den Projektkosten auf 510 Millionen Euro taxiert. Spätestens im April 2008 hätte es demnach auf Seiten des Landes ernsten Anlass gegeben, die Planzahlen im Haushalt aufzustocken. Statt dessen sei es aber erst im Haushalt 2012 zu einer Korrektur gekommen. Besonders erschreckend ist, daß die Kosten bis 2021 und die jährlichen Folgekosten auf Schätzungen basieren, welche bisher immer nach oben korrigiert werden mussten. Diese Kostensteigerungen sind in Baden-Württemberg kein Einzelfall, so haben auch der Bayrische-, Sächsische- und der Bundesrechnungshof bereits den TETRA-Digitalfunk moniert. Auch aus weiteren Bundesländern ist von einer ständigen Zunahme der Kosten zu hören, wie aktuell aus Thüringen. Von den ursprünglich geplanten 1 Mrd. DM für die ganze Bundesrepublik sind wir schon sehr weit entfernt und dabei ist ein zuverlässiger Betrieb bisher noch nirgends umgesetzt.

Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.sparnoete-in-baden-wuerttemberg-rechnungshof-blitzt-mit-enquete-kommission-ab.781d386a-3da6-4e5e-9b8f-bf5be457b494.presentation.print.v2.html

Weitere Informationen zum TETRA-Digitalfunk unter http://ul-we.de/category/faq/tetra/

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