Korruption

ZEIT Online: Die gekaufte Wissenschaft

Dieser aktuelle Artikel bringt es sehr genau auf den Punkt, wie heute der Forschungs-Alltag an vielen Deutschen Hochschulen aussieht und wie weit zahlende Großkonzerne bereits im Vorfeld Einfluss auf die Studienergebnisse nehmen. Wer denkt, das beschränkt sich nur auf die Pharma- und Atomindustrie, deren Verstrickungen bis in die hohe Politik bekannt sind, der unterschätzt das wirtschaftliche Gewicht der Mobilfunkindustrie. Deren Lobbyisten versuchen immer wieder über „Presseartikel“ und „Fortbildungen“  z.B. bei Ärzten den Eindruck zu erwecken, es wäre ein reiner Wissenschaftsstreit, ob Mobilfunk nun gefährlich ist oder nicht. Bei genauerem hinsehen und recherchieren fällt aber auf, dass es sich in Wirklichkeit um einen reinen Lobbyismuskampf handelt. Dieser hat das Ziel, die Meinungshoheit im Volk und bei der Politik auf dem Stand, „Mobilfunk ist ungefährlich“ zu halten. Empfehle dazu den Zeit-Artikel „Deutschland, entblättert“ mit interessanten Details.

Deutlich machen das aber auch die Studien der Universität Washington und der Universität Bern, welche die Resultate von Mobilfunkstudien in Abhängigkeit der Auftraggeber untersucht haben. Das Ergebnis: Die Mehrheit der unabhängigen Wissenschaftler findet alarmierende Effekte. Dagegen zeigen die Ergebnisse der durch die Industrie finanzierten Studien nur selten einen Zusammenhang zwischen Funkstrahlung und gesundheitsschädlichen Einflüssen.

Eine schillernde Figur, an der diese Praxis sehr deutlich wird, ist Prof. Dr. Alexander Lerchl. Er hält Vorträge für den von den Mobilfunkbetreibern finanzierten Verein „Informationszentrum Mobilfunk“ (IZMF), ist angestellt bei der Jacobs Universität in Bremen, welche auf der Förderliste der Vodafone-Stiftung steht und verbringt viel Zeit damit, seriöse Forschungen als „Fälschungen“ darzustellen. Seine Aussagen in diese Richtung konnte er aber selbst vor Gerichten nicht beweisen. Siehe „Lerchl und die Reflexstudie“, sowie „Strahlenschutz im Widerspruch zur Wissenschaft“  und „Eine Dokumentation zur Deutschen Mobilfunk-Politik

Dies wäre alles nicht so spektakulär, wenn er nicht Mitglied in der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) wäre und gleichzeitig den Vorsitz des Ausschusses nichtionisierende Strahlung inne hätte. Er ist damit der höchstrangige deutsche Strahlenschutzbeauftragte, Berater der Bundesregierung und Repräsentant des deutschen Staates in internationalen Gremien. Und genau dort mußte er im Jahr 2010 eine bittere Niederlage einstecken: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) lehnte seine Aufnahme in eine Kommission der IARC (International Agency for Research on Cancer) zur Risikobewertung des krebserregenden Potential von hochfrequenterelektromgnetischen Felder ab. Die Gründe: „Interessenskonflikte, mangelnde Qualifikation und Inkompetenz, Entwarnungstätigkeit bei Veranstaltungen des IZMF und seine Teilnahme am Schmuddelforum IZgMF“, einem Internetblog, in dem in herabwürdigender Weise Bürgerinitiativen und Mobilfunkkritiker verleumdet und diffamiert werden, siehe Brief der WHO an Prof. Lerchl. Kurz darauf hat die WHO die Mobilfunkstrahlung in die Liste der „krebserregenden Stoffe“ aufgenommen und damit auf die gleiche Stufe wie Benzol und das Pflanzenschutzmittel DDT gestellt, siehe http://ul-we.de/who-stuft-hochfrequente-elektromagnetische-strahlung-in-die-kategorie-2b-auf-die-liste-der-krebsstoffe-ein/ Für das Jahr 2013 hat die Bundesregierung die SSK neu besetzt und Prof. Dr. Lerchl ist auch dort nicht mehr zu finden.

Passend zu diesem Themengebiet, empfehle ich die ARTE-Dokumentation „Strahlen und die Wissenschaft vom Risiko“. Darin wird der Unterschied zwischen unabhängigen und industriefinanzierten Studien am Beispiel des Mobilfunks sehr genau beleuchtet. Zudem die Broschüre „Eine Dokumentation zur Deutschen Mobilfunk-Politik“ der Kompetenzinitiative, welche ebenfalls recht aktuell ist und weiter Details beinhaltet.

Immer mehr Feuerwehren in Hessen denken über einen Ausstieg aus dem TETRA-Digitalfunk nach

Was in Niedernhausen mit einer beinahe Katastrophe begann, hat immer mehr Feuerwehren alarmiert. Die auftretenden Probleme des TETRA-Systems, welche jetzt aus Hessen gemeldet werden, sind identisch mit denen, die seit Jahren aus dem In- und Ausland bekannt sind:

–         abrupter Gesprächsabbruch

–         schlechte Sprachqualität

–         langsamer Verbindungsaufbau

–         Softwareprobleme der Endgeräte

–         Zentrale Netzsteuerung (bei Ausfall nur eines PC ist Funkstille z.B. aktuell in Darmstadt beim Schlossgrabenfest)

So wird der SPD-Abgeordnete Dieter Franz in Echo online mit den Worten zitiert: “Teile der Feuerwehr würden die Praxistauglichkeit der neuen Geräte bezweifeln. Die Kommunen hätten womöglich die teure Technik umsonst angeschafft.“ Immer mehr Blaulichtorganisationen bestätigen seine Aussage und gehen zurück zum analogen Funk und das nicht nur in Hessen, siehe http://ul-we.de/feuerwehr-und-katastrophenschutz-setzten-in-immer-mehr-landkreisen-auf-das-bewahrte-analoge-gleichwellenfunksystem/ und http://ul-we.de/bericht-des-innenministeriums-legt-offen-digitalfunknetz-hat-mehr-ausfalle-als-bisher-zugegeben-wurde/

Auch die Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe der Digitalfunk-Aufträge werden wieder lauter, so spricht der Grünen-Abgeordnete Jürgen Frömmrich im gleichen Artikel von „unendlichen Geschichte von Pleiten, Pannen und Parteibuchwirtschaft“ Empfehle dazu die Fernsehbeiträge: http://ul-we.de/tetra-korruptionsskandal-in-hessen-weitet-sich-aus/ und http://ul-we.de/vergabeskandal-von-tetra-auftragen-nur-in-hessen/

Wie kommt es, daß die Herstellern diese Probleme nicht in den Griff bekommen? Wird vielleicht immer deutlicher sichtbar, dass das TETRA-System für Sicherheitsanwendungen weder entwickelt noch umgebaut werden kann?

Weitere Details unter http://ul-we.de/category/faq/tetra/

Behördenfunk TETRA in Österreich: 1 Mrd. Euro Schaden durch Korruption

Der Korruptionssumpf rund um den Behördenfunk TETRA, der Telekom Austria und diversen Parteien weitet sich immer mehr aus. So sprechen einige Grüne-Abgeordnete, die auch in den Untersuchungsauschüssen sitzen schon von Schäden bis zu einer Milliarde Euro. Zusätzlich kommt immer mehr ans Licht, daß auch Österreich die gleichen Mängel im Digitalfunk hat, wie alle anderen Länder die den TETRA-Standart für Ihre Sicherheitskräfte nutzen wollen. Auch dort haben sich einige Bundesländer dafür entschieden, auf die bewährte analoge Technik zu setzten und den Digitalfunkausbau eingestellt.

http://kurier.at/politik/inland/korruption-fuer-gruene-1-mrd-euro-schaden-durch-u-ausschuss-belegt/2.413.644

http://ul-we.de/tetra-korruptionsskandal-in-osterreich-zieht-immer-weitere-kreise/

TETRA Betreiber zahlt 137 Millionen Dollar Strafe wegen Korruption an hohen Regierungsbeamten

Der Telekommunikationsausrüster und Betreiber des Deutschen TETRA-Digitalfunknetzes Alcatel Lucent hat in den USA durch die Zahlung  von 137 Millionen Dollar ein Strafverfahren wegen Korruption beigelegt. Wie jetzt bekannt wurde, erstrecken sich die Korruptionsvorwürfe über mehre Länder. Auch in Deutschland wurden im fraglichen Zeitraum Aufträge zum Aufbau- und Betrieb des digitalen Behördenfunknetzes TETRA-BOS vergeben. Ein erster Vergabeskandal wurde jetzt aus Hessen bekannt, siehe http://ul-we.de/vergabeskandal-von-tetra-auftragen-nur-in-hessen/ Aber auch der Bundesrechnungshof und der Bund der Steuerzahler ermitteln bereits. Offene Fragen zu der Vergabepraxis verschiedenster Bundesbehörden im Zusammenhang mit der geplanten Einführung des TETRA Digitalfunknetztes für die BOS wurden bisher noch nicht beantwortet. Insbesondere steht die Frage im Raum, warum es zu keinen Ausschreibungen kam, während doch jede noch so kleine Gemeinde ihre Aufträge ausschreiben muss?

Weitere Informationen rund um das Thema TETRA, Digitalfunk für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sind unter http://ul-we.de/category/faq/tetra/ zu finden.

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