TETRA

Alarmierung über TETRA? Immer mehr Landkreise setzen auf die bewährte und analoge POCSAG Technik

Mit dem Kreis Schwäbisch Hall (SHA) führt jetzt der 38. Landkreis in Baden-Württemberg die analoge und seit 30 Jahren bewährte POCSAG Technik zur Alarmierung ihrer Rettungskräfte ein. Die Vorteile dieser Technik überwiegen: die Funkübertragung ist analog, die Netztechnik robust und kostengünstig, die Piepser sind sehr handlich und haben digitale Displays. Zudem ist jeder Landkreis mit seinem eigenen Netz autark und eine Notstromsicherung lässt sich sehr leicht bewerkstelligen. Dagegen versuchen Bayern und Hessen für viele Millionen Euro Steuergeld, das TETRA-System so weiterentwickeln zu lassen, dass eine Alarmierung per Piepser auch möglich wird. Bisher sind aber alle Versuche gescheitert und die wenigen Prototypen der „TETRA-Piepser“ wurden nach kurzer Zeit von den Rettungskräften mit der Begründung „nicht Einsatztauglich“ zurück gegeben. Das TETRA-Funknetz wurde von seiner ursprünglichen Entwicklung her, weder für die Anwendung als Sicherheitsfunknetz (BOS) noch für eine Alarmierung per Funkrufempfänger (Piepser) entwickelt. Entsprechend schwierig bis unmöglich ist es nachträglich diese Funktion zu implementieren.

http://www.swp.de/crailsheim/lokales/landkreis_schwaebisch_hall/Neuer-Digitalfunk-fuer-Feuerwehr-und-Rettungsdienste-im-Kreis-Hall;art5722,1940033

Gegen den Willen der Stadt, der Bürger und ohne ein Gerichtsurteil abzuwarten, soll dieser TETRA-Mast gebaut werden.

TETRA Digitalfunk in Lübeck und Ostholstein nach 3 Wochen Testbetrieb abgeschalten

Wieder wurde ein Testbetrieb nach wenigen Wochen eingestellt und es werden die gleichen Probleme aufgeführt, die seit Jahren bekannt und bisher ungelöst sind: Gesprächsabbrüche, lange Verbindungszeiten und Funkstörungen. Genau diese werden seit Jahren aus England, den Niederlanden, Dänemark und von den Feldversuchen aus München, Hamburg, Hessen, Sachsen, Trier, um nur einige zu nennen, gemeldet. Auch das Innenministerium weiß über diese Zustände Bescheid, siehe http://ul-we.de/bericht-des-innenministeriums-legt-offen-digitalfunknetz-hat-mehr-ausfalle-als-bisher-zugegeben-wurde/ , hält sich aber mit offiziellen Stellungnahmen zurück. Diesmal ist die Stadt Lübeck und die Region Ostholstein betroffen. Alles Regionen in der Norddeutschen Tiefebene bei denen topographische Probleme auszuschließen sind. z.B. hat sich aus diesem Grund die Bergwacht in den Bayrischen Bergen, schon sehr früh gegen den TETRA Digitalfunk entschieden und lieber ihr bewährtes Analogfunknetz ausgebaut, siehe http://ul-we.de/feuerwehr-und-katastrophenschutz-setzten-in-immer-mehr-landkreisen-auf-das-bewahrte-analoge-gleichwellenfunksystem/. Was sind die eigentlichen Ursachen und warum reagieren seit Jahren die Verantwortlichen nicht? Kurz gesagt, handelt es sich bei TETRA vom Funktionsprinzip her mehr um ein Handynetz als um ein klassisches Funknetz. Somit müssen die Gespräche immer über einen Funkmasten laufen und nicht wie im analogen Funknetz von Gerät zu Gerät. Dafür wird eine aufwendigere Infrastruktur mit viel mehr Technik benötigt, was neben immensen Kosten, automatisch zu einer höheren Störanfälligkeit führt. Die Technik wurde vor über 20 Jahren auch nie für den Einsatz von Sicherheitskräften entwickelt und kann weder deren Einsatz-Taktischen-Bedürfnisse noch die nötige Stabilität gewährleisten. Dazu gibt es bereits seit Jahren ausführlichste Berichte von unabhängigen Fachleuten, die immer wieder auf diese Gefahr hinweisen und von TETRA als BOS und Sicherheitsfunk abraten. Die Frage steht im Raum, warum wollen die verantwortlichen Entscheider in den jeweiligen Behörden diese Stimmen nicht hören? Liegt es vielleicht daran, dass auch hier zu Lande viel Geld mit im Spiel ist und die TETRA-Firmen in diesen Kreisen als „großzügig“ gelten? In Österreich wurde der TETRA Digitalfunk wegen Korruptionsvorwürfen eingestellt (http://ul-we.de/behordenfunk-tetra-in-osterreich-1-mrd-euro-schaden-durch-korruption/) und auch in einigen Deutschen Bundesländern gibt es bereits ähnliche Vorfälle, siehe http://ul-we.de/immer-mehr-feuerwehren-in-hessen-denken-uber-einen-ausstieg-aus-dem-tetra-digitalfunk-nach/.

Propagandaveranstaltung von TETRA-Industrie und Bayrischem Innenministerium, ein Zeugenbericht

Bericht/Infos aus der TETRA-Digitalfunk-Infoveranstaltung
8. April 2013 im Feuerwehrhaus in Bruckmühl/RO

Von Theo Schneider

Auf einer der in den Lokalzeitungen bisher ausschließlich positiv berichteten Infoveranstaltungen für die Feuerwehren am 8.4.13, 19 Uhr im Feuerwehrhaus Bruckmühl informierten die Projektgruppe DigiNet und die Standortsuchfirma Telent GmbH mit einem großen PR-Team von über 10 Personen ca. 70 ehrenamtliche Rettungskräfte sowie ca. 5 sonstige Bürger.

Unabhängige Referenten waren nicht geladen und Raum für kritische Fragen war von vornherein nicht vorgesehen.

Den ausführlichen Bericht finden Sie unter: Bericht-Infoveranstaltung-DigiNet-Bruckmühl vom 08.04.2013

Auch Trierer Feuerwehr funkt wieder analog

Trotz gut klingender Werbespots und inszenierten “Startfeiern” von Innenministerium und Mobilfunkindustrie, sieht die Praxis für den digitalen Behördenfunk TETRA nach wie vor katastrophal aus. Die bekannten technischen und systembedingten Probleme sind weiter ungelöst und immer mehr Blaulichtorganisationen kehren nach einem kurzen “digitalen Ausflug” zu ihrer bewährten analogen Technik zurück. Zwar ist das vielen Leitern peinlich und unangenehm, was dazu führt daß nur wenige Meldungen in die Öffentlichkeit dringen, aber mittlerweile zeigt sich der Unmut in den Führungsstäben der Blaulichtorganisationen immer deutlicher. Aktuelles Beispiel ist die Feuerwehr in Trier, auch an der Mosel treten die gleichen Probleme auf, wie sie z.B. aus München, Stuttgart, Berlin, Hessen, den Niederlanden, England und weiteren Ländern bekannt sind. Empfehle dazu die Rubrik TETRA unter http://ul-we.de/category/faq/tetra/

Quelle: http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinlandpfalz/Heute-im-Trierischen-Volksfreund-Mainz-feiert-den-Digitalfunk-Region-Trier-funkt-aber-weiter-analog;art806,3482557

Bayrischer oberster Rechnungshof wirft Innenministerium “finanziellen Blindflug” bei der Einführung von TETRA vor

Nach dem der Bundesrechnungshof und der Sächsischen Rechnungshof, längst die Einführung des digitalen Behördenfunks im TETRA-Standart als “gravierendes Beispiel für Geldverschwendung”bezeichnet haben, nimmt jetzt auch der oberste Bayrische Rechnungshof (ORH) in seinem aktuellen Bericht dazu ausführlich Stellung.

Die Wortwahl ist etwas milder und so wird in erster Linie von einem finanziellen “Blindflug” gesprochen. Trotzdem sind die Kritikpunkte sehr klar und deutlich formuliert. So werden die Probleme des digitalen Behördenfunks im TETRA-Standard wie folgt aufgeführt:

  • Kein ausreichender Funkempfang in geschlossenen Räumen,
  • die Einschränkung der Nutzungsfähigkeit des Netzes durch eine aufwendige technische Verschlüsselung,
  • hohe Investitionskosten, da vor allem die bisherigen analogen Endgeräte nicht mehr verwendbar sind,
  • höhere Betriebskosten für alle Nutzer.

Besondere Kritikpunkte dabei sind:

Der TETRA-Standard wurde ohne Prüfung von Alternativen und ohne eine Kosten-Nutzen Analyse, welche gesetzlich vorgeschrieben ist, eingeführt. Eine im Jahr 2007 geforderte Stelle für ein „Finanzcontrolling“ wurde nicht eingerichtet. Zudem ist bis heute unklar, ob die nichtstaatlichen Blaulichtorganisationen, wie z.B. die Feuerwehren und die Rettungsdienste überhaupt TETRA nutzen werden. Gründe für deren Ablehnung sind die technischen Mängel und die hohen Kosten.

Auch die Kostenexplosion wird anhand einer Tabelle aufgezeigt, dazu heißt es wörtlich „Die vom Innenministerium angegebenen geschätzten Gesamtkosten des Freistaats haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich und massiv erhöht“

Kostenexplosion des TETRA-Funks in Bayern

Interessant ist auch, dass offiziell darauf hingewiesen wird, dass das Innenministerium plant, die Gemeinden stärker in die Kosten für den TETRA-Funk mit einzubeziehen. Dabei geht es vor allem um die hohen laufenden Betriebskosten.

Schlussbemerkung des ORH:

“Bis heute gibt es keine verlässliche Aussage darüber, ob, wann und mit welchem finanziellen Aufwand eine flächendeckende Nutzung des Digitalfunks durch alle BOS in Bayern erreicht werden kann. Es ist unerlässlich, sich Klarheit über die finanziellen Folgen zu verschaffen, die aus den bisher bereits getroffenen und künftigen Entscheidungen zum Digitalfunk resultieren.”

Quelle: Bericht des obersten Bayrischen Rechnungshof von 2013 unter http://www.orh.bayern.de/berichte/jahresberichte/aktuell/jahresbericht-2013/wirtschaftlichkeit/779-tnr-13-einfuehrung-des-digitalfunks-im-finanziellen-blindflug.html

Pfarrer Carsten Häublein ist verstorben

Liebe Freunde und Mitstreiter,

nach vielen erfreulichen Meldungen zu TETRA, habe ich heute auch eine sehr traurige Nachricht für alle.
Unser langjähriger Mitstreiter und durch die Umrüstung auf EDGE im Jahr 2006 schwer erkrankte Pfarrer Häublein hat seinen Qualen mit eigener Hand ein Ende gesetzt und sich das Leben genommen.

Nachdem er 2009 an einem Ort in Schleswig Holstein Ruhe und Erholung fand hat ihn ab Mitte 2012 der Aufbau der LTE- und des TETRA-Netzes eingeholt und zu einer dramatischen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes geführt. Alle Angebote ihn in ein sichereres Funkloch zu holen, hat er abgelehnt. Er wollte nicht wieder als Heimatloser und Vagabund aus dem Koffer leben, so wie er es bei seiner Flucht aus Oberammergau erlebt hat.

Ich bin sehr bestürzt, dass er für sich keinen anderen Weg gefunden hat. Ich möchte Euch alle ermutigen mit uns zusammen für eine lebenswerte Zukunft zu kämpfen. Es gibt immer einen Weg, auch wenn es im ersten Moment noch so aussichtslos erscheint. Dieser Fall zeigt uns sehr deutlich wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu stützen und sich auch helfen zu lassen. Von dem her Kopf hoch und lasst uns jetzt umso mehr für einander da sein und gemeinsam weiter machen.

Todesanzeige

Nachruf von Werner Funk (Oberammergau)

Nachruf und Chronik von Dr. Cornelia Waldmann-Selsam

Münchner Merkur: Opfer von Mobilfunkstrahlung?

Bayrisches Fernsehen: Bürgerforum live aus Oberammergau

Herrischrieder Gemeinderat: TETRA-Versuchsbetrieb einstellen bis die Unbedenklichkeit nachgewiesen ist

Wie die Badische Zeitung berichtet fordern immer mehr Gemeinderäte die Einstellung des TETRA-Probebetriebs am Sender Riesenbühl, bis eine gesundheitliche Unbedenklichkeit dieser Technik nachgewiesen ist. Details unter: http://www.badische-zeitung.de/herrischried/bos-sender-auf-dem-riesenbuehl-ist-gemeinderaeten-weiter-ein-dorn-imauge

Immer mehr Feuerwehren in Hessen denken über einen Ausstieg aus dem TETRA-Digitalfunk nach

Was in Niedernhausen mit einer beinahe Katastrophe begann, hat immer mehr Feuerwehren alarmiert. Die auftretenden Probleme des TETRA-Systems, welche jetzt aus Hessen gemeldet werden, sind identisch mit denen, die seit Jahren aus dem In- und Ausland bekannt sind:

-         abrupter Gesprächsabbruch

-         schlechte Sprachqualität

-         langsamer Verbindungsaufbau

-         Softwareprobleme der Endgeräte

-         Zentrale Netzsteuerung (bei Ausfall nur eines PC ist Funkstille z.B. aktuell in Darmstadt beim Schlossgrabenfest)

So wird der SPD-Abgeordnete Dieter Franz in Echo online mit den Worten zitiert: “Teile der Feuerwehr würden die Praxistauglichkeit der neuen Geräte bezweifeln. Die Kommunen hätten womöglich die teure Technik umsonst angeschafft.“ Immer mehr Blaulichtorganisationen bestätigen seine Aussage und gehen zurück zum analogen Funk und das nicht nur in Hessen, siehe http://ul-we.de/feuerwehr-und-katastrophenschutz-setzten-in-immer-mehr-landkreisen-auf-das-bewahrte-analoge-gleichwellenfunksystem/ und http://ul-we.de/bericht-des-innenministeriums-legt-offen-digitalfunknetz-hat-mehr-ausfalle-als-bisher-zugegeben-wurde/

Auch die Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe der Digitalfunk-Aufträge werden wieder lauter, so spricht der Grünen-Abgeordnete Jürgen Frömmrich im gleichen Artikel von „unendlichen Geschichte von Pleiten, Pannen und Parteibuchwirtschaft“ Empfehle dazu die Fernsehbeiträge: http://ul-we.de/tetra-korruptionsskandal-in-hessen-weitet-sich-aus/ und http://ul-we.de/vergabeskandal-von-tetra-auftragen-nur-in-hessen/

Wie kommt es, daß die Herstellern diese Probleme nicht in den Griff bekommen? Wird vielleicht immer deutlicher sichtbar, dass das TETRA-System für Sicherheitsanwendungen weder entwickelt noch umgebaut werden kann?

Weitere Details unter http://ul-we.de/category/faq/tetra/

Herrischried: TETRA-Signale sind doch messbar

Das Innenministerium von Baden-Württemberg erklärte in einem Brief vom 08.01.2013 gegenüber Bürgermeister Christof Berger:  “… bei der Eissporthalle und im Lindenweg 2 konnten überhaupt keine Strahlenwerte gemessen werden …” Dies war der Anlaß, diese Aussage am 14.02.2013 zu überprüfen.

Der Bericht der Badische Zeitung ist unter folgendem Link abrufbar: http://www.badische-zeitung.de/herrischried/signale-sind-gut-messbar