Antworten auf die häufigsten Funklochfragen

Wo wohne ich?

Einfach gesagt: In einem Funkloch. Das ist meistens im Wald, irgendwo abgeschieden in einem tief eingeschnittenen Tal, welches von den nächsten Funksendern nicht erreicht wird. Wenn das nicht möglich ist, geht auch für eine kurze Zeit ein funkarmer, am besten abgeschirmter, Keller. Das nutze ich z.B. wenn ich zu Vorträgen weiter reisen muß. Aufgrund seiner Topographie und der sehr netten Bevölkerung, hat sich der Schwarzwald als am geeignetesten herausgestellt.

 

Wie lebe ich jetzt im Gegensatz zu früher?

Ganz anders. Ich musste meinen Beruf aufgeben, habe viele frühere Kontakte verloren, aber dafür viele neue hinzu gewonnen, ich lebe in gewisser Weise außerhalb der Gesellschaft, bin zwar Teil von ihr, aber dennoch wie „ausgestoßen“. Ich kann mich nicht frei bewegen, und die Annehmlichkeiten unserer Zivilisation, wie sie fast jeder gewohnt ist, beschränken sich auf den „Komfort“ des Wohnwagens, in dem  ich aber das ganze Jahr wohne (ja, wirklich „wohne“, nicht nur in einem Urlaub). Ohne die Hilfe anderer ist es für mich nicht möglich zu überleben. Ich lebe mehr mit der Natur, lebe in gewisser Weise bewusster, habe mit ganz anderen Schwierigkeiten zu kämpfen, z.B. dass ich keine Gewissheit habe, dass mein Funkloch auch ein Funkloch bleibt. Im Moment sieht es ganz schön düster aus, da immer mehr Täler durch weitere Sendeanlagen verstrahlt werden. Zudem muss ich jederzeit mit Auseinandersetzungen mit Förstern oder Ordnungsbeamten rechnen, weil man in Deutschland seinen Wohnwagen nicht an jeder x-beliebigen Stelle aufstellen darf. Außerdem bin ich den Naturgewalten noch stärker ausgesetzt als die „Normalbevölkerung“. Wenn man im Wohnwagen wohnt, ist man eben mitten in der Natur. Nur eine dünne Aluminiumhaut schützt einen vor den Gewalten. Im Sommer ist es im Wald noch recht beschaulich. Abgesehen von heftigen Gewittern lebt es sich ganz gut dort, während es im Winter ein echter Überlebenskampf ist. Eine der größten Belastungen ist aber die Ungewissheit, wie lange das Funkloch noch ein Funkloch bleibt. Ich habe schon so viele Orte verlassen müssen, weil sie verstrahlt wurden, und die Ausweichmöglichkeiten werden immer weniger und immer schlechter. Ich bin heimatlos, ein zigmal Vertriebener, immer wieder auf der Flucht vor neuen Funkmasten.

 

Wie lebt es sich im Winter im Funkloch?

Der Winter ist sehr aufwändig und entbehrungsreich. Unter „normalen“ Bedingungen ist es schon schwer genug: die Solarzellen produzieren keinen Strom mehr, das  Wasserholen ist dann sehr aufwändig, der Energieverbrauch steigt enorm an (an richtig kalten Tagen reicht eine 11 kg-Gasflasche gerade zwei Tage, Kosten: ca. 25 €), jeder Gang nach Draußen in die Kälte kostet Überwindung. Trotz entsprechender Vorkehrungen kann es passieren, dass Mäuse in den Wohnwagen kommen und – so klein sie sind – große Zerstörungen anrichten. Die Erreichbarkeit über die verschneiten Wege ist nicht mehr möglich. Die Versorgung mit frischen Lebensmitteln bricht ein. Ich bin  dann auf haltbare Vorräte (Konserven, Gläser etc.) angewiesen, die ich über den Sommer geschenkt bekommen und gesammelt habe.  Bei starkem Schneefall muss ich nachts aufstehen und das Dach freischaufeln, damit die Schneelast es nicht eindrückt.

Es ist keine Seltenheit, eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten zu sein. Wenn dann auch noch die Gasflaschen ausgehen, sieht es ganz schlecht aus. Einmal hatte ich bei starken Minusgraden nur noch für wenige Stunden Gas, da kam endlich jemand, der sich mit einer Gasflasche durch den Schnee gekämpft hatte! Nach dem Schnee kommt meist eine  heftige Tauphase. Dann muss ich Maßnahmen ergreifen, dass der Wohnwagen nicht geflutet wird, oder dass der Hang nicht mitsamt Wohnwagen abrutscht. Daran muss man aber schon zeitig im Herbst denken. Was aber machen, wenn mitten im Winter ein neuer Sender in Betrieb geht und man fliehen muss? Neulich tobte ein Orkan so heftig über meinem Funkloch, dass der nächste Bauer mich evakuieren musste. Dort war ich allerdings sehr gut aufgehoben! Es ist immer wieder unglaublich, auf wie viel Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe ich stoße! Ich durfte an allen Mahlzeiten teilhaben und den für mich besten Raum beziehen: Die Waschküche im Keller. Dort ist die Strahlung am geringsten, jedoch macht mir in allen Häusern die Elektrik zu schaffen, und irgendwann drückt die Kelleratmosphäre auf das Gemüt. Ich bin nun mal keine Kellerassel.

Beim letzten Sturm ist die Dachluke meines Wohnwagens weg geflogen. Die Schäden am Wohnwagen nehmen im Winter deutlich zu, was wieder mit viel Arbeitsaufwand und hohen Kosten verbunden ist.

Und die Nächte? Ein ebenfalls extrem elektrosensibler Freund, der im Wohnwagen im Wald schläft, hat das mal so beschrieben: „Letzten Winter hatte ich als Rekord -10°C am Bett und Raureif auf der Decke. Die Oberdecke aus Wolle ist morgens in der Nähe des Kopfes immer klatschnass vom Atem, der sich da niederschlägt. Das kann die Wolle aber ganz gut ab. Das Bett muss man jeden Tag völlig auseinandernehmen, sonst fängt es an zu schimmeln. Schaffelle aufhängen, Matratze aufstellen usw. Und ab und an (so alle paar Tage ist gut) mal die Decken richtig durchheizen, damit sie wieder ganz trocken sind, sonst nimmt die Wärmedämmung ab, und ein klammes Bett bei 0°C ist nicht so lustig zum Reinsteigen. Da braucht man schon eine der alten kupfernen Bettflaschen, die ca. 3 Liter fassen. Die ist morgens noch warm, wenn man sie nicht rausschubst. Da muss man sich förmlich drumrumwickeln, damit man nicht schon in den ersten Minuten erfriert. Die Leute früher, die waren ausgestattet für diese Verhältnisse. Wir müssen das erst wieder lernen. So nach und nach kann man sich dann ausstrecken im Bett (bei Minusgraden sollte man die Kugelform beibehalten…). Man muss es eben erst warm kriegen. Vorher ist an Schlafen gar nicht zu denken. Eine Schlafmütze ist unerlässlich – wie früher eben.“

Sein Wohnwagen steht ebenfalls mitten im Wald. Diesen Winter hat der Sturm „Joachim“ einen dicken, kräftigen Baum nur 20 m oberhalb seines Wohnwagens umgestürzt. Nur wenig weiter sind mehrere Bäume durch Schneebruch umgestürzt. Jeder einzelne davon hätte ausgereicht, den Wohnwagen zu zerstören und alle Insassen zu erschlagen. Auch er musste in einem Haus Zuflucht suchen. Bei Schnee ist der Wohnwagen nur äußerst beschwerlich zu erreichen.

 

Was zeichnet ein wintertaugliches Funkloch aus?

Wintertaugliches Funkloch bedeutet, möglichst in der Nähe einer geräumten Straße zu sein, damit der Nachschub vor allem von Gas und Lebensmitteln bei höheren Schneelagen noch durchkommt. Dazu gehört eine Quelle in direkter Nähe.  So etwas zu finden ist nicht einfach und für mich immer wieder wie ein Wunder, wenn ich so etwas bekomme. Ich weiß aber nicht, wie lange es noch gut geht, da ja immer mehr Sender kommen sollen, insbesondere für den TETRA-Digitalfunk und den LTE Internet-Funk.

 

Ist es nicht sehr einsam im Wald?

Draußen im Wald bin ich ganz allein. Es gibt zwar immer Elektrosensible, die gern kommen möchten, aber bisher war noch keine Möglichkeit dort, ein „Funklochdorf“ zu eröffnen. Dies ist aber nach wie vor eines meiner wichtigsten Ziele.

Wir brauchen ein staatlich geschütztes funkfreies Gebiet, damit die Betroffenen überleben und wieder eine Planungssicherheit für Beruf und Familie haben können!

Im Moment sind viele gezwungen, mehr schlecht als recht, in der verstrahlten Umgebung zu bleiben.

Das ist trotz Schutzmaßnahmen, wie z.B. Baldachine, abgeschirmte Häuser etc. sehr schwierig und der gesundheitliche Zustand wird immer schlechter. Es sterben viele daran und andere setzen dieser Qual auch selber ein Ende. Das ist ein sehr trauiges Thema und es sind so viele nette und intelligente Menschen, welche eine Bereicherung für unsere Gesellschaft darstellen, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, dass sie leben, arbeiten und sich einbringen können.

Woher bekomme ich Lebensmittel?

Selbst einkaufen kann ich nicht mehr. Die gesundheitlichen Folgen in einem Supermarkt, wo heute W-LAN, Schnurlostelefone und viele Handys/Smartphones unterwegs sind, sind einfach zu groß. Kann ja nicht eine Woche im Bett liegen, nur weil ich mal einkaufen war. Die Verhältnismäßigkeit ist da nicht mehr gegeben und so bin ich sehr dankbar immer wieder Lebensmittel geschenkt zu bekommen. Beim Essen ist mir die Qualität wichtig, weil mein Körper daraus Kraft schöpfen muss. Von daher esse ich fast ausschließlich Nahrungsmittel aus biologischem Anbau, um mich nicht auch noch mit Pestiziden, künstlichen Aromen, Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern zu belasten.

 

Wo kann ich duschen?

Dusche und fließend warmes Wasser habe ich im Wohnwagen. Ich bin auf das autarke Leben im Wald eingestellt und habe keinen „Campingplatzwohnwagen“. Ehrlich gesagt, ich war auch noch nie auf einem Campingplatz. Das wäre mal eine interessante Erfahrung, aber ich kenne keinen in einem Funkloch.

 

Wo wasche ich meine Wäsche?

Da helfen auch wieder Freunde, dass sie mir von Zeit zu Zeit etwas mitwaschen. Von dem abgesehen kann ich locker zwei bis drei Monate ohne Nachschub auskommen.

 

Woher bekomme ich Strom?

Meinen Strom produziere ich selbst. Im Sommer ist das gar kein Problem, da habe ich 100% Solarenergie. Im Winter wird es schon schwieriger. Wenn es gar nicht anders geht, muss ich ein Stromaggregat anwerfen. Das mache ich aber äußerst ungern. In meinem Funkloch in St. Märgen, in dem ich lange gelebt habe, hatte ich ein kleines Wasserkraftwerk. Leider ist es sehr auf die dortige Lage und die Wasserverhältnisse ausgelegt, sodass ich es an einem Standort nicht einsetzen kann.

Solarzellen im Einsatz

 

Woher bekomme ich Wasser?

Das kommt drauf an, wo ich mich gerade aufhalte. Eine Quelle mit gutem Wasser in erreichbarer Nähe ist schon ein echter Luxus. Wasser brauche ich nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Duschen und für den Haushalt. Da ich an keine Leitung angeschlossen bin, muss ich es in Kanistern oder Gießkannen zum Wohnwagen tragen. Je weiter die Quelle entfernt ist, desto mühsamer ist es, mich mit genügend Wasser zu versorgen.

 

Wie bekomme / verschicke ich meine Emails?

Das ist meistens sehr aufwändig. Dann muss die Post, auch die elektronische, gebracht werden, und ich muss zum Telefonieren in die Strahlung, z.B. zu einer nah gelegenen Telefonzelle, zu den nächsten Nachbarn oder Freunden. Das kostet immer sehr viel Kraft, und von dem her bin ich froh, wenn ich Emails, Faxe und Briefe im Funkloch schreiben kann. Das geschieht offline (ohne Internetverbindung), z.B. mit Outlook, dort schreibe ich meine Emails. Zum Verschicken wird dann mein PC abgeholt und zum nächstmöglichen Internetanschluss gebracht. Dort wird er per Kabel mit dem Internet verbunden und meine Emails übertragen. Die neuen, die mir geschrieben wurden, werden anschließend auf meinen PC übertragen, und so kann ich im Funkloch dann alles lesen und beantworten. Von dem  her dauert es immer einige Tage, bis ich Emails bekomme und wieder einige Tage, bis ich diese beantworten kann. Bitte immer daran denken und mir keine kurzfristigen Anfragen senden und ebenso nicht erwarten, daß in wenigen Stunden eine Antwort da ist. Nichtsdestotrotz, die Arbeit am PC tut mir trotz Abschirmung nicht gerade gut und kostet eine Menge Kraft, aber es ist immer noch viel besser als in die Strahlung außerhalb des Funklochs gehen zu müssen.

 

Wie arbeite ich am PC?

Die Strahlung des Computers tut mir natürlich auch nicht gut. Auch wenn alle Funkdienste wie W-LAN und Bluetooth ausgeschalten sind, bleiben noch die Felder, die durch den Prozessor erzeugt werden. Von daher wickele ich meinen Laptop in ein Tuch aus Abschirmstoff und schreibe auf einer externen Tastatur in möglichst großer Entfernung. Dennoch muss ich die Zeiten relativ kurz halten, was bei den vielen Anfragen und Emails, die ich bekomme, schnell zu Rückständen führt. Eine Lösung, wie ich tagelang ohne Kräfteverlust an einem PC arbeiten kann, habe ich noch nicht gefunden.

 

Was mache ich, wenn die Strahlung für mich zu heftig wird?

Im Allgemeinen kenne ich meinen Körper und weiß erste Alarmzeichen zu deuten. Von dem her kann ich schon rechtzeitig Maßnahmen einleiten, bevor es ernst wird. Manchmal geht es aber auch recht schnell, sodass wenig Zeit bleibt. Die größte Gefahr ist es, wenn man sich zu sicher fühlt, wie z.B. 2008 in St. Märgen, als ich ohne Strahlenschutzanzug meinen Wohnwagen verließ, nicht wissend, dass weiter oberhalb O2 einen neuen Sender in Betrieb genommen hatte. Hätte mich nicht zufällig eine Besucherin im Wald gefunden, wäre es für mich schlimm ausgegangen. Da ich kaum noch sehen konnte, musste sie mir helfen, eine Infusion zu legen und die Ärzte zu verständigen.

 

Warum gehe ich nicht ins Ausland?

Diese Frage wird mir sehr häufig gestellt. Irgendwo liegt sie auf der Hand, denn hier in Deutschland wird mir immer mehr die Lebensgrundlage entzogen, während es in den Weiten Sibiriens sicherlich noch strahlungsfreie Gebiete gibt. Auch Schweden wird immer wieder vorgeschlagen, da Elektrosensibilität dort als Behinderung anerkannt ist und Betroffene nicht nur besonderen Schutz genießen, sondern auch finanziell und materiell unterstützt werden. Bei einer Gerichtsverhandlung wegen Abschaltung eines Sendemastens, der genau in mein damaliges Funkloch strahlte, wollte das Gericht keine Notwehr erkennen. Auf meine Frage, was ich denn statt dessen hätte tun können, antwortete der Richter, mir bliebe nur der Klageweg, und wenn der sich so lange hinziehe, dass mir in Deutschland in der Zwischenzeit keine Lebensmöglichkeit bliebe, müsse ich halt ins Ausland, beispielsweise Schweden, gehen und von dort aus meine Klage weiter führen.

Schön und gut, dass es im Ausland teilweise noch bessere Funklöcher als hier gibt. Aber wovon soll ich dort leben? Nicht einmal in Deutschland werde ich vom Staat unterstützt, ganz im Gegenteil. Statt dessen habe ich ein Unterstützernetz, das ich im Ausland, wo ich unter Umständen nicht einmal die Landessprache spreche, erst einmal aufbauen müsste. Das dauert eine Weile. Und in der Zwischenzeit?

Nein, der deutsche Staat macht es sich zu leicht, wenn er uns Elektrosensible einfach nur ins Ausland abdrängen möchte. Gilt das Grundgesetz, insbesondere ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, für uns nicht? Vom Recht auf Freizügigkeit will ich an dieser Stelle gar nicht erst anfangen. Für Menschen mit anderen Beeinträchtigungen wird vielfach gesorgt, selbst wenn auch bei ihnen noch vieles im Argen ist: Gehbehinderte bekommen in öffentlichen Gebäuden Aufzüge, und für Sehbehinderte werden akustische Signale an Ampelanlagen installiert, um nur zwei Beispiele zu nennen. Wir Elektrosensiblen dagegen werden mit unseren lebensbedrohlichen Einschränkungen lieber ignoriert. Die Politiker verweisen auf die Grenzwerte, die uns angeblich schützen, in Wahrheit aber umbringen. Das Minimum, das wir brauchen, ist ein gesetzlich geschütztes Funkloch und somit Planungssicherheit. Dieses Leben auf der Flucht bindet sehr viele Kräfte, die an anderer Stelle besser eingesetzt werden könnten. Ich bin ein deutscher Staatsbürger. Ich habe hier eine gute Ausbildung genossen. Ich habe das Recht, in Deutschland zu leben, und ich möchte hier leben und mich in die Gesellschaft einbringen, mehr als ich das mit meinen verbleibenden Kräften jetzt schon mache, z.B. in Form dieser Aufklärungsarbeit und natürlich die vielen Vorträge, insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen an den Schulen. Dem deutschen Staat entgeht ein riesiges Potential, wenn wir Elektrosensiblen ins Ausland flüchten. Die meisten von uns sind hoch qualifiziert und warten nur darauf, dass es ihnen durch ein entsprechendes Lebensumfeld wieder ermöglicht wird, ihren Beitrag für die Allgemeinheit zu leisten.

 

Wie komme ich zu Vorträgen?

Ich fahre nicht selber Auto, höchstens mal ganz kurze Strecken, oder zum Rangieren des Wohnwagens, wobei der auch selbst fahren kann. Das bedeutet, die Veranstalter holen mich ab und bringen mich wieder zurück. Manchmal organisiere ich aber auch Auto und Fahrer aus dem Kreis der Bürgerinitiativen. Für längere Strecken sind es dann oft mehrere, die sich den Weg teilen. Gut geeignet haben sich Nachtfahrten, weil die Straßen dann frei und die Strahlung geringer ist. Normalerweise sitze ich auf der Rückbank, zusätzlich zum Anzug in ein strahlenabweisendes Netz gewickelt.

 

Wie schütze ich mich vor Strahlung?

Ich halte mich möglichst dort auf, wo keine Strahlung ist. Wenn ich in die Strahlung gehe, z.B. für Vorträge, ziehe ich einen Schutzanzug an, der aber auch nur einen Teil der Strahlung abhalten kann. Von daher verlasse ich das Funkloch nur, wenn es wirklich wichtig ist, und bin daher auch auf die Versorgung durch Freunde und Bekannte angewiesen. Kurz einkaufen gehen oder auch mal eine Einladung annehmen ist mit den gleichen großen gesundheitlichen Beeinträchtigungen hinterher verbunden wie einen Vortrag halten, und denen möchte ich aus dem Weg gehen, wenn es nicht notwendig ist. Eine weitere Maßnahme, die ich aus Notwehr auch schon ergriffen habe, ist das Abschalten von Sendemasten.

 

Was mache ich, wenn ich ins Krankenhaus muss?

Die meisten Krankenhäuser sind für mich lebensgefährlich. Einmal ist es passiert, dass ich im tiefsten Winter eingeschneit im hintersten Funkloch schwer zusammen gebrochen bin und der Notarzt mich sofort ins nächstgelegene Krankenhaus einweisen wollte. Als ich darauf hinwies, dass da ein Sender auf dem Dach ist, hat er lange überlegt und dann gesagt: „Wenn ich Sie dorthin bringe, dann sterben Sie uns.“ Daraufhin hat er mich im Wald betreut und ich musste unterschreiben, dass ich auf eigene Verantwortung im Wald bleibe.

Wir elektrosensiblen Menschen sind seit Jahren auf der Suche nach einem Krankenhaus, welches funkfreie Zimmer für uns zur Verfügung stellt, bisher ohne Erfolg.

 

Wie trägt sich der Strahlenschutzanzug?

Wenn es kalt und windig ist, ist der Anzug prima, weil er recht dicht ist. Wenn es dagegen heiß wird, ist es besser, ich bleibe im Wald, da brauche ich ihn dann nicht. Zum Fahren an heißen Tagen muss es unbedingt ein Auto mit Klimaanlage sein, sonst geht es nicht, wobei der Fahrer immer an einen Pulli oder eine warme Jacke denken sollte, denn sonst friert es ihn, während ich meist immer noch schwitze. Der Vorteil des Anzugs ist, dass ich mir nie groß überlegen muss, was ich anziehe. Gut, ich muss schon unterscheiden, ob kurze oder lange Hosen, und bei Vorträgen welches Hemd und welche Krawatte, aber sonst ist es einfach. So ein Strahlenschutzanzug ist aus Silberfäden gefertigt und entsprechend teuer. Um ihn vor Schmutz und Abnutzung zu schützen, trage ich darüber oft einen einfachen Einweg-Schutzkittel, wie es ihn im Baumarkt gibt. Wenn dieser schmutzig ist, macht das nichts, denn er lässt sich leicht ersetzen. Dagegen ist es sehr aufwendig, den Strahlenschutzanzug zu waschen, zumal das Material darunter leidet und ich mir nicht so ohne weiteres einen neuen kaufen kann.

 

Wie fühlt sich Strahlung an?

Analoges Radio und Hauselektrik: Man fühlt sich wie unter einer Glocke, ist müde, träge, nimmt seine Umwelt gar nicht richtig wahr. In Bewegung merkt man diese Strahlung gar nicht so sehr, aber die Erschöpfung setzt ein, sobald man sich hinsetzt. Ein Indiz dafür ist ständige Müdigkeit. In Gebieten mit ausschließlich Radioempfang sieht man die Leute den ganzen Tag sehr häufig gähnen. Starke elektrische Geräte dagegen machen nervös und aggressiv oder lähmen die Atem- und Herztätigkeit.

TETRA: Wirkt ähnlich wie Radio und Elektrik. Es geht sehr auf den Kopf: Benommenheit, Druck, Kopfschmerzen, Denklähmung. TETRA wirkt sich auch sehr auf die Leistungsfähigkeit aus und macht depressiv. Es wird auch oft von unkontrolliertem, teils heftigem Nasenbluten berichtet. Hörbeispiel TETRA

WLAN: Tritt selten allein auf. Wer sich WLAN anhört, kann sich gut vorstellen, dass es aggressiv macht. Es putscht den Körper auf, macht unruhig, unkonzentriert und schlaflos.

DECT und Handy: Da wird es richtig gefährlich. Die „harmloseren“ Auswirkungen sind Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen. Hinzu kommen Sprach- und Sehstörungen. Das Blut verklumpt, was sich ungefähr so anfühlt wie eingeschlafene Füße. Bei mir fühlen sich z.B. die Wangen so an. Das Herz spielt verrückt, der Körper kommt völlig aus dem Gleichgewicht. Dann wird es höchste Zeit, aus der Strahlung heraus zu kommen, sonst wird es lebensgefährlich! Hörbeispiel DECT und Mobilfunksender mit einem telefonierenden Handy

UMTS: Mir wurde sehr oft berichtet, dass in der Nähe von UMTS-Sendemasten Tinnitus gehäuft auftritt. Hörbeispiel UMTS

Digitales Fernsehen DVB-T: Macht unruhig, nervös, traurig/weinerlich. Hörbeispiel DVB-T im Schulungsfilm des E-Smog-Spions

Heutzutage gibt es kaum Orte, an denen nur eine Strahlungsart auftritt. Von dem her sind die Auswirkungen, die am häufigsten auftreten, das Ergebnis einer Mischung von verschieden Funkdiensten. UMTS tritt zum Beispiel nur in Verbindung mit GSM auf, was eine Differenzierung  der Symptome erschwert.

Die Mischung von Strahlung, der wir heutzutage ausgesetzt sind, ist das, was uns allen am meisten zu schaffen macht, aber alle Arten von Strahlung schwächen den Körper so sehr, dass ich, wie andere Elektrosensible auch, nicht mehr arbeitsfähig bin. Sprich ich kann keiner geregelten Arbeit unter Strahlenbelastung mehr nachgehen Ich kann mich nicht mehr konzentrieren und muss mich oft hinlegen. Darunter leiden die Lebensfreude und mitunter auch meine sozialen Kontakte. Nicht jeder Besucher kann damit umgehen, dass ich bei Erschöpfung nicht mehr richtig auf ihn eingehen kann. Ich kann daher jeden nur um Geduld und Nachsicht bitten.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Strahlung zuerst Reaktionen, wie Kopfschmerzen, Unwohlsein, Aufgeregtheit etc. auslöst, dann wird man müde, leistungsschwach, orientierungslos und traurig bis depressiv. Viele Menschen erleben ein starkes körperliches Elendsgefühl unter Bestrahlung und – das wissen die wenigsten – auch für Tage danach! Dass das auch Auswirkungen auf das seelische Erleben hat, dürfte klar sein. Ein Gefühl „wie gekocht“ wird ebenfalls häufig geäußert. Kein Wunder, das meiste sind Mikrowellenstrahlen, die mitunter auch zum Kochen verwendet werden. Die Symptomliste ist aber lang und sehr individuell. Alle Symptome verschwinden in richtig guten Funklöchern, manche sofort, andere brauchen ein paar Tage bis ein paar Wochen. So auch unüblichere, wie z.B. die Unfähigkeit zu laufen. Im Funkloch kann eine Elektrosensible wandern, zu Hause ist sie gehbehindert. Andere äußern im Funkloch z.B. Folgendes: „Ich fühle mich hier, wie ich mich als Kind gefühlt habe. Ich werde von Stunde zu Stunde glücklicher.“ Das Gegenteil müssen die meisten Menschen heute erdulden.

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5 Antworten auf Antworten auf die häufigsten Funklochfragen

  • Ich spüre seit Jahren ein Unwohlsein in mir und ich fühle mich einfach krank ohne freude und habe allergien und schlafprobleme besonders seit es diese Smartshones gibt.

    Mittlerweile besitzten weltweit über 3 Milliarden Menschen diese Handys es ist wie eine gigantische Mikrowelle.
    Ich kann es bestätigen wie viele andere Menschen darunter leiden, dass diese Technik krank macht und schädlich ist für groß und klein. Diese Mobilfunktechnik ist abgesehen zur Gesundheit auch schädlich für die Liebe. Ich besitzte zwar ein Handy, aber benutzte es nur selten weil mir meine Gesundheit sehr wichtig ist.
    Was ich nicht verstehe ist warum in Deutschland die Grenzwerte so enorm hoch also 100000 mal höher sind als in anderen Ländern wie Österreich.
    Inzwischen bin ich auch 100% gegen diese Mobilfunktechnik sowie DVB-T, W-Lan-Computer. Ich will nur glücklich leben so wie es früher mal war.
    Ich bin auch dafür das ihr und ich alles unternimmt z.B. auf die Straße geht und dagegen protestiert oder im Fernsehen aufklärt wie es Herr Weiner gemacht hat. Was diese Technik angeht es stellt eine Gefahr für Natur und Mensch dar da bin mir sicher das das die Hauptursache für die Entstehung von Burn-Out und Seelischen Erkrankungen ist.
    Ich habe eine Broschüre 32 Kasuistiken von 2008 über Fälle von Geschädigten.

    Sie machen gute Arbeit Herr Weiner und bleiben Sie am Ball.

    Gruß Michael aus München

  • Sehr geehrter Herr Weiner,
    ich bin Systembeauftragter am Gymnasium in Gilching und der Druck, WLAN in Klassen einzurichten steigt, was mir nicht nur aus Strahlenschutzgründen nicht behagt, schließlich haben wir im Haus eine Netzwerkverkabelung.
    Jetzt steht auf Ihrer Seite, dass das Bundesamt für Strahlenschutz vor WLAN in Schulen warnt, die Warnung selbst ist aber auf der Seite nicht dargestellt oder verlinkt. Ist da das deutsche Bundesamt gemeint? Ich habe auf BfS.de leider nichts gefunden. Können Sie mir da einen Link geben?

    Vielen Dank

  • Hallo Herr Weiner,

    ich kann sie verstehen. Ich bin rothaarig, dadurch wohl sensiebler als andere und habe jetzt auch mit Elektrosensibilität zu kämpfen.
    Ich habe die Bücher von Dr. Mutter und setze seine Tipps nach und nach um.

    Weiterhin viel Erfolg, wir denken alle an sie und ich bin selber auch am ausprobieren und forschen und mein Mann ist Dipl. Ing f. Elektrotechnik und er ist auch mit am Ball.

    Mit freundlichen Grüßen

    Christina Böhme

  • Hallo,

    kürzlich fand ich Ihre Seite und bin sehr berührt von dem was sie schreiben. Ich hoffe, es geht Ihnen gut? Das Leben, was Sie beschreiben, klingt auf Dauer sehr anstrengend und entbehrungsreich, da war es sehr schön, zu lesen, dass sie so gute Freunde und Bekannte haben, die Sie unterstützen!
    Ich habe selbst erst nach inzwischen nahezu täglich auftretenden, schweren Schlafstörungen festgestellt, dass ich ebenfalls elektro-, o. genauer ’strahlenhyper-sensibel‘ bin. Nun bin ich auf der Suche nach einer Funkloch-Gegend möglichst in Deutschland, wohin ich zunächst einmal vorübergehend ‚flüchten‘ könnte, um gesundheitlich wieder auftanken zu können. Bei meiner Recherche im Internet musste ich feststellen, dass es keine Informationen über strahlungsarme – bzw. -freie Gebiete in Deutschland und anscheinend auch keine Vernetzung Elektrosensibler zu geben scheint, die darüber Auskunft geben könnten. Ich kann mir mit Karten über verschiedene Mobilfunk- und LTE-Netze behelfen, es ist jedoch aus der Entfernung schwer einzuschätzen, ob in den sehr wenigen begrenzten Bereichen, tatsächlich noch Funklöcher existieren.
    Da dachte ich, da Sie nun schon über so einen langen Zeitraum praxiserfahren im Schwarzwald leben und auch auf gewisse Weise vernetzt sind, vielleicht haben Sie einen Rat oder Informationen dazu, wo man noch hinkönnte? Oder gibt es vielleicht doch sogar eine Initiative o. Anlaufstelle, wo Elektrosensible vernetzt sind, an die man sich wenden könnte?
    Weiterhin habe ich festgestellt, dass meine Abschirm-Kopfbedeckung (jersey mit Silber von silver skin + y-shield) gar nicht abschirmt! Auf meiner Suche nach funktionierender Abschirmkleidung fand ich dann Ihren Artikel. Ich sah Ihr Foto und fragte mich: welchen Schutzanzug haben Sie, ist er auch zum Schlafen geeignet? Ich benötige dringend zumindest eine gute Kopfbedeckung, habe wie gesagt schon 2 Materialien verschiedener Hersteller ausprobiert, aber noch kein Flies- o. gewebtes Material o. andere ‚Schutzkleidung‘ ausprobiert, weil ich nach dieser Erfahrung besser erst Rückmeldungen über die tatsächliche Abschirmleistung einholen wollte. Die ganzen Abschirmmaterialien sind ja soch sehr kostspielig. Im Vergleich zu Ihnen stehe ich mit allem erst am Anfang, auch über Erfahrungsberichte von Abschirmmaterialien für die eigene Wohnung (falls es keine Funklöcher mehr gibt…) Daher würde mich riesig über Rat oder hilfreiche Information von Ihnen freuen (z.B.auch, welches Material sie zum Abschirmen Ihres laptos nutzen?)

    Alles Gute für Sie und viele Grüsse aus dem Norden!

  • Lieber Uli,
    ich hoffe, es geht Dir den Umständen entsprechend einigermaßen gut. Gerne würde ich einen Link zu Dir auf meine Seite setzen, wenn Du damit einvertstanden bist. Außerdem würde ich gerne Deine Lebensgeschichte und Deine Lebensuumstände auf meiner Seite veröffentlichen. Es werden immer mehr Menschen mit entsprechenden Symptomen. Nurt die meisten wollen es nicht wahrhaben, dass es mit Mobilfunk, WLAN etc, zusammenhängt. Gerade WLAN ist bei Smartphones, iPads und ähnklichen Geräten eine Seuche geworden. Den Leuten ist einfach nicht bewusst, dass Sie einen Mobilfunksender am Körper tragen. WLAN ist meist aktiv. Wenn Du mir Deine Kontonummer bekannt gibst, würde ich dir gerne eine kleine Unterstützung überweisen. Liebe Grüße und alles Gute Dieter

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